Blogparade: MarketinGorilla – Protokoll einer Suchtgeschichte


(See English version here.)

Aus gegebenem Anlass, hier ein Beitrag zur “Blogparade”. Die “Blogparade” ist eine Idee der Österreicherin Alexandra Steiner und ein schönes Beispiel für “Blogger Relations”. Weil ich die Blogparade originell finde, habe ich mitgemacht – als Selbstversuch und ausnahmsweise in Deutsch. Das Thema ist: “Die Geschichte meines Blogs”:

Ganz ehrlich, meine Bloggeschichte “MarketinGorilla” ist eine klassische Geschichte der sukzessiven Abhängigkeit: Ich wollte schon seit ein paar Jahren ein Marketingblog starten. Just for fun, und weil ich nichts anderes kann und will, ausser Leads generieren, ROI’s zu steigern,  Kunden glücklich zu machen und komplexe Projekte umzusetzen. Das ist meine Leidenschaft – beruflich.

Ich poste und twittere übrigens auf Englisch, weil im Marketing, naturally, sowieso alle Englisch sprechen.

1. Phase, Einleitungsphase: “Ich wollte es nur mal probieren!”

Facebook (FB) stand ich anfangs sehr kritisch gegenüber. Konsumentendaten sind natürlich das A&O für uns “alte Verführer des Verkaufs”: Sag mir wer Du bist und was Du magst und ich sage Dir genau, weshalb Du mein Produkt haben mußt.

Schon bald war mir aber klar, daß ich mich als Marketer dem Thema nicht weiter verschließen konnte. Ich mußte mitreden. Also habe ich mein Profil auf FB angelegt. Ich wollte es nur mal probieren… So zu Studienzwecken.

Was für eine überwältigende Erfahrung: Da tauchten plötzlich Christiane auf, Monika und Achim, Micky und Iris. Alte Schul- und Unifreunde oder ehemalige Arbeitskollegen. Ich hatte seit Ewigkeiten keinen Kontakt mehr zu den meisten von ihnen. Mit der steigenden Anzahl meiner FB-Freunde, nahm auch meine Hemmschwelle ab, Informationen zu teilen.

Der erste Schritt hin zur Abhängigkeit hatte sich unmerklich vollzogen.

2. Pase, Kritische Phase: “Bist Du auch auf Facebook?”

Es kam jedenfalls, wie es kommen mußte: Ich war sehr schnell emotional abhängig. FB war ein fester Bestandteil meines Soziallebens geworden. Meine zweite Frage nach einem Kennenlernen lautete üblicherweise: “Bist Du auch auf Facebook?” (Meine erste Frage ist die nach dem Namen.) Warum sich also weiter unterhalten? Auf FB kann ich ja bequem alle weiteren Details über den anderen abrufen. Sozusagen ab der Geburt! Was will ich mehr?

In der Psychologie nennt man das im übrigen “ausweichendes Verhalten gegenüber der Umwelt” oder auch “die kritische Phase”. Ich wies mein natürliches Umfeld ab, ja ich grenzte mich regelrecht ab.

Schnell war mir klar, ich mußte und wollte endlich mehr über Social-Media-Bewegungen lernen. Aus Schulzeiten kannte ich noch Anja Beckmann (Red Mod Communications & Travel on Toast). Also schrieb ich sie an und fragte, ob sie mir via Skype eine Schulung geben würde. Gesagt, getan.

Nun, ich will nicht so weit gehen, Anja als “Dealer” zu bezeichnen. Immerhin hatte sie mich noch vor Twitter gewarnt… Aber ich glitt völlig blind in die nächste Phase ab…

3. Phase, Chronische Phase: Ich machte es jetzt auch an sonnigen Tagen

Danach ging es richtig los. Als mir meine Arbeit im bürgerlichen Leben endlich mal etwas Luft ließ, habe ich mich einen Regentag lang durch WordPress gequält. An weiteren Regentagen schrieb ich meine ersten Posts und fing an zu twittern wie ein Spatz. Schließlich habe ich es auch an sonnigen Tagen gemacht. Man wird ja geradezu in die Abhängigkeit gezogen von Twitter & Co. Das passiert unmerklich und zwangsläufig durch die Follower, Likes und Sharings, durch die Inspirationen, die man gewinnt und mehr. Ich weiß noch – mein erstes 5*-Rating: Da haben mein Mann und ich überlegt, ob wir schon mal die Anzahl der Besucherparkplätze vor dem Haus erweitern lassen sollten. Mein erstes “Like”: Ich war fast drauf und dran Autogrammkarten entwerfen zu lassen. (An dieser Stelle noch ein redaktioneller Hinweis an alle, die mein Blog lesen und mich dann anrufen, E-mails schreiben oder treffen, um mir zu sagen, daß ihnen das Blog echt gut gefällt: Das ist der falsche Kanaahaaaal!!! Zwinker, Zwinker!)

Doch eines war klar: Der totale Kontrollverlust hatte begonnen.

4. Phase: Ausstieg?

Nein, ich denke nicht. Social Media ist die einzige Abhängigkeit, die ich akzeptiere. Das Thema ist nicht nur ein Trend, es hat sich bereits im Verhalten und in den Köpfen seiner vielen Fans gefestigt. Es übt großen Einfluß aus auf die Art und Weise wie wir kommunizieren und was wir entscheiden. Es entwickelt eine ganz eigene Dynamik. Von der Markenbestimmung über ganz neue Industriezweige bis hin zur politischen Revolution. Da bleibe ich – ganz selbstbestimmt – doch lieber am Ball.

Advertisements

6 thoughts on “Blogparade: MarketinGorilla – Protokoll einer Suchtgeschichte

  1. Pingback: GECKOweb – #blogparade – Die Geschichte meines Blogs

  2. Thomas B.

    Ein interessanter Beitrag zu dieser Blogparade. Schön irgendwo zu hören, das auch bei dir es teilweise zu einer Sucht geworden ist. 🙂

    Habe selber heute auch einen Beitrag zu dieser Blogparade beigesteuert, jedoch nicht nur auf einen Blog bezogen, sondern mehr auf die Geschichte wie das Bloggen auch teilweise zur Sucht wurde.

    Reply

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s